
Am Samstag, den 23. Juni, war es soweit. Der langersehnte Spreewald-Triathlon stand an. 10 Monate hatte ich mich auf diesen Tag vorbereitet. Nach dem ich beim Berlin-Man 2006 erfolgreich abgeschnitten hatte, wollte ich nun mehr. Die Halbdistanz. Das sind 2,2 km Schwimmen, 84 km mit dem Rad und zu guter Letzt noch 20 km zu Fuß. Also ein ordentliches Programm und das noch nacheinander. Am wenigsten Sorgen bereitete mir die Radstrecke. Den meisten Respekt hatte ich vor dem Schwimmen. Vor 10 Monaten habe ich nach 50m Kraulen vor Erschöpfung eine Pause einlegen müssen und nun sollten es 2200m werden..., aber wenn ich mir was in den Kopf gesetzt habe, dann schaff ich das auch.
Im Training in der Halle schwamm ich bereits 3000m Kraul, daher fühlte ich mich auf der sicheren Seite. Und dann kam der große Tag. Die Anreise mit der Bahn und Fahrrad klappte auch ganz gut. Freitag abend
Startunterlagen abholen und den Abend gemütlich ausklingen lassen. Samstag früh raus, Rad einchecken, Einweisungen entgeg ennehmen und ab an den Start. Der Startschuß fiel pünktlich um 11:05 Uhr.
Als Richtzeit hatte ich mir 1 Stunde vorgegeben. 3 Runden a 750m mussten bewältigt werden. Doch schon nach wenigen Metern war ich ge zwungen meinen Stil auf Brust zu ändern. Ich kam einfach nicht
in meinen Rhythmus beim Kraulen. Wenn einige Leute um dich rum paddeln und dich berühren, ist das was ganz anderes als im Schwimmbecken in der Halle beim Training. So lange ich nicht letzter wurde, war es okay. Die Runden gingen erstaunlich schnell vorbei. Ich fühlte mich auch noch frisch: Zeit ca. 55 Minuten!! Super! Also ab aufs Rad und Tempo machen und Plätze aufholen. Noch kurz ran an Baum für die Notdurft und dann ab auf die Strecke für 2 Runden a 42 km. Das klappte sehr gut. Mit einem guten 35er Schnitt bei leichten Gegenwind!! gab ich ordentlich Gas.
Doch auf der zweiten Runde merkte ich schon die leicht schweren Beine. Das war wohl etwas zu viel des guten gewesen. Kurz vor der Wechselzone nahm ich wie geplant "die Füsse hoch" und versuchte die Beine zu lockern, was wunderbar klappte. Kein Schmerz bei den ersten Laufschritten! Das Wechseltraining hat sich sehr gut bezahlt gemacht. Die ersten 2 von insgesamt 4 Runden (a 5km) absolvierte ich in 50 Minuten. Damit lag ich genau im Plan.
Doch
dann kam der Einbruch. Mein Puls war zwar wunderbar stabil und voll im gelb/grünen Bereich, aber meine Beine... ohh die schmerzten. Ich konnte einfach nicht mehr. Insgesamt 4 Stunden und 50 Minuten war ich bereits unterwegs und jetzt brach ich ein. Das ist also diese berühmte Schwelle. Dir ist alles egal. Deine Beine spürst du nicht mehr, die laufen einfach. Dein Geist denkt nur ... falsch denken geht nicht mehr. Und jetzt noch 2 Runden. Au weiha! So richtig erinnern kann ich mich nicht mehr an die letzten 10 Kilometer. Nur das Uli, mein treuester und liebster Fan, mich ermuntert und aufgeputscht hat, noch weiter zu laufen. Für die letzten zwei Runden brauchte ich 68 Minuten!!
Die letzten Meter vorm Ziel: Das Denken setzte endlich wieder ein. Ich hatte es geschafft und bin unter meiner Vorgabe von 5:30 Stunden geblieben. Am Ende waren es 5 Stunden und 24 Minuten. Mein erster Halbdistanz Triathlon. Ich hatte es geschafft!!!! Geil, toll, großartig, super, einfach nur herrlich... dieses Gefühl bringt meine Nackenhaare immer noch zum Stehen. Es ist einfach nur Wahnsinn. Das war echte Quälerei - aber es tat gut. Mir tat es gut.
Ich bin absolut glücklich es geschafft zu haben und würde es gern wieder machen. Deshalb gehts in einem Monat nach Leipzig zum Triathlon. Diesmal allerdings über die Olympische Distanz: 1,5 km Schwimmen, diesmal wird gekrault
, 40 km Rad und 10 km Laufen. Die schweren Beine sind in den nächsten Tagen auch verschwunden, sodass das Training weiter gehen kann. 