Gestern früh war es nun soweit. Mein erster Meilenstein auf dem Weg zum Triathlon am 23. Juni in der Halbdistanz stand an. Die Tage vorher wuchs langsam die innerliche Aufregung und ständig kreisten die Fragen durch meinen Kopf; Schaff ich wirklich die 5 Minuten pro Kilometer? Bin ich auch fit genug? Wie gestalte ich ein solchen Rennen?....
Aber auf die meisten Fragen gab es nur die Antwort; Ausprobieren! So stand ich nun also ca. eine halbe Stunde vorm Start "Unter den Linden" in Berlin. Uli ist gerade abgedüst zum Ernst-Reuter Platz, von sie und noch ein paar andere zujubeln wollten. Langsam wurde es im Startbereich immer enger. An ein warm machen war nicht ernsthaft zu denken. So hüpfte ich ein wenig auf der Stelle und hielt mich immer ein wenig in Bewegung. Auch gegen die Aufregung half das wunderbar
Die Minuten vergingen tick tack.... tick tack.
Dann war es soweit die Menge setzte sich langsam in Bewegung, doch einen Startschuss hatte ich nicht gehört, nur ein kurzes Jubeln der Menge. War dass das Zeichen zum Aufbruch? Die Menge blieb wieder stehen. Stau?? Langsam trabten die Massen los, einige Tausend Läufer aller Altersklassen um einen herum. Die Startlinie kam immer näher und mit einem gemütlichen Joggingtempo ging es erst durch die Startlinie und dann durch das Brandenburger Tor durch. Wahnsinn erst jetzt wurde mir so einiges klar, was dieser Lauf für eine Atmosphere austrahlen würde. Zum Glück war die Straße des 17. Junis komplett freigegeben. So konnte ich mein eigenes Tempo finden.
Uli und ich haben allerdings einen entscheiden Anfängerfehler begangen. Wir hatten uns nicht groß abgesprochen. Ich wußte zwar, dass sie am Ernst-Reuter-Platz und dann später am Potsdamer Platz stand, doch war es schwierig sich zu finden, da einige tausend Leute ebenfalls dort standen. Am Potsdamer Platz geschah es dann, plötzlich riss ein Zuschauer wenige Zentimeter vor meinem Gesicht die Arme empor. Und wer das war, dreimal dürft iher raten, genau Uli wars. Doch an ein anhalten war nicht zu denken, da ich einige andere Läufer dicht hinter mir im Schlepptau hatte. So riß ich nur die Arme hoch und winkte Uli rückwärts zu. Aber auch dieser Moment gab mir einen solchen Kick
und ich schwebte auf Wolke sieben. Also in diesen Momenten bekomme ich immer Gänsehaut, wenn einem die Zuschauer zujubeln, insbesondere dann wenn die eigenen "Fans" einen so begeistert entgegenfiebern. Überall sind Schilder mit Namen so sehen und mit Worten wie; Du schaffst das...., Nur noch 7km..., Wir sind stolz auf dich.... Es ist doch einfach Wahnsinn!! Ich finde allein schon deshalb lohnt sich diese Quälerei. Die Zeit am Ende ist eher zweitrangig. Aber dieses Gefühl während und nach dem Laufen. Absoluter Wahnsinn.
Und immer wieder der Blick auf die Uhr. Wie bin ich unterwegs? Sehr gut!!! Mein Ziel um die 5:00 bis 5:30 pro Kilometer zu laufen, unterbot ich mit einer Leichtigkeit, die mir fast selbst Angst zu machen schien. Was Adrenalin und Glücksgefühle alles bewirken können! Nach der Hälfte des Rennens konnte ich mein Tempo sogar noch leicht steigern, so dass ich nur noch ca. 4:45 brauchte. Achso meine Pulswerte lagen auch im grünen, teilweise im grüngelben, Bereich. Mit ca. 90% - 105% Prozent meiner ANS lief ich den gesamten Halbmarathon durch. Die letzten zwei Kilometer wurden dann allerdings immer schwerer. Die Beine fühlten sich langsam schwerer an. Aber ich sagte mir, dass ja wohl normal ist nach dieser Strecke, daher versuchte ich das einfach zu verdrängen und lief weiter meinen 4:50 er Schnitt. Kurz vor dem Ziel gab ich noch einmal alles und legte einen finalen Schlußspurt hin. 1:42:10 als Endzeit. Wow!!!!
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Nachdem Uli und ich uns gefunden hatten, wie schon erwähnt wir hatten uns ja nicht abgesprochen, gab es die verdienten Küsse, sowohl für den meinen absoluten Lieblingsfan als auch für den tapferen Läufer 
Schlußendlich war das ein wunderbarer Formtest, der mir geziegt hat, dass ich gut in Form bin und frohen Mutes weiter trainieren kann für mein Ziel, die Triathlon Halbdistanz (2,2 km Schwimmen, 84 km Rad, 20 km Laufen).